Restaurant Geheimtipp im Kreis 3

Rar sind sie in auch in Z?rich, die wahren Esskneippen, wo der Geschmack vor dem Preis kommt!

Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, so einmal im Monat mit einem Freund auf Nebenwegen durch's Quartier zu streifen auf der Suche nach einer uns noch unbekannten Kneippe, die es bis anhin geschafft hat, jedem Gastrof?hrer (auch Z?rich geht aus!) zu wiederstehen. Es sind dies meist kleinere, unscheinbare Orte, in denen man, zugegeben, oft auch miserable essen kann. Daf?r gibt es dann und wann eine Geschichte zu erz?hlen, als h?tte man gerade Talnakh* bereist. Manchmal aber, wenn auch selten, steht man sich unmittelbar einer kullinarischen Offenbarung gegen?ber. Und dann weiss man wieder einmal mehr, all das Suchen, all das Irren durch Z?rich's kullinarische W?sten, hatte doch einen tieferen Sinn.

Urchig gem?tlich

Die Wirtsstube scheint l?nger nicht umgebaut worden zu sein. Ein alter ofen verbreitet W?rme, die W?nde sind mit bordeaux-farbigen Teppichen verkleidet, daran h?ngen unz?hlige kleine und gr?ssere Bilder. Ausser uns befinden sich nur gearade zwei G?ste im Raum. Im ersten Moment sind wir versucht, auf der T?rschwelle umzudrehen, da auf allen Tischen ein "Reserviert" Schild steht. "Wollen Sie essen", fragt eine dunkle stimme hinter der schwach beleuchteten Theke hervor. "Ja, wenn es noch Platz hat", geben wir zur Antwort.

Kurz darauf sitzen wir an einem der reservierten Tische. Reserviert halt, f?r den bis anhin noch unbekannten Gast. Ein Speiskarte sucht man vergebens und schaut den Wirt deshalb etwas ungl?ubig an, als dieser fragt: "was m?chten Sie essen?" Was w?rde es den geben? Fleisch, Fisch, Pasta, Gem?se, was immer Sie m?chten, ich bereite es dann zu, gibt der Wirt zur Antwort. Jetzt sind wir gefordert. Zu wissen, was man essen m?chte, ohne vorher eine Auswahl zu sehen, ist nicht so einfach, wie wir uns das vorgestellt hatten. Der Wirt hilft aber zum Gl?ck bei der Auswahl kr?ftig mit.

Wir entscheiden uns schliesslich f?r Tortellini mit einer scharfen Fleisch-Tomaten-Sauce, einem gemischten Haus-Salat zur Vorspeise und dem vorgeschlagenen Wein. Nun sind wir gespannt, was da auf uns zukommt.

Der Salat ?berzeugt. Frisch und reichlich mit einer sch?n abgestimmten Sauce. Bis zu den Tortellini dauerte es nun etwas l?nger. Warum erfahren wir aber vom Chef pers?nlich. "Bei mir wird alles frisch zubreitet und selbst gemacht. Keine Tiefk?hlware, keine Fertigprodukte", erkl?rt er uns, als er mit den zwei dampfenden Tellern vor uns steht. In der Tat, die Form der Tortellini ist uns bisher unbekannt, noch unbekannter der Geschmack, der einer Verf?hrung gleicht. Dazu ein unbekannter Hauswein, der exakt zum Essen passt.

Als wir nach dem Essen nach einem Dessert fragen, winkt der Chef ab: "Dessert habe ich keine, die laufen unter der Woch nicht". Daf?r kredenzt er uns je ein Glas eines Dessertweins ?lteren Jahrgangs, den er gerade mit einem Stammgast probiert - offeriert versteht sich.

Als wir die kleine Kneippe schliesslich verlassen, k?nnen wir es kaum glauben, dass wir jahrelang daran vorbei gegangen sind, ohne es einmal damit zu versuchen. Hunderte oder eher tausende an mittelm?ssigen Essen haben wir verdr?ckt, ohne zu ahnen, dass ganz in der N?he eine Verf?hrung auf uns wartet. Wahrlich ein sch?ner Tag...

...vielleicht m?chte der Leser jetzt noch wissen, wo sich denn diese Kneippe genau befindet, wie sie heisst und wann sie offen hat...
...nun man muss zugeben, wenn ich das verraten w?rde, w?re es keine Geheimtipp mehr.

Aber so viele verrate ich schon mal: lassen Sie sich von Ihrer Inspiration f?hren, schnuppern Sie beim Gehen in der Luft - am besten in alle Richtungen - und vor allem, lassen Sie alles, was Sie schon kennen links liegen. Vielleicht haben Sie ja Gl?ck und es dauert bei Ihnen nicht 8 Jahre, bis Sie darauf stossen oder Sie finden auf diese Weise, eine andere Kneippe, in der es sich vorz?glich isst.

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*wenn jeder w?sste, wo das w?re, w?r's ja keine Geheimtipp

 

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